25. Mai: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Kritische Theorie – Antisemitismus als narzisstische Kränkung und pathische Projektion.

19 Uhr | Uni-Magdeburg FGSE | Gebäude 40| Zschockkestrasse 32
Raum ist vor Ort ausgeschrieben

Referentin: Ljiljana Radonic

In den 1930er Jahren drängte sich den Kritischen Theoretikern die Frage auf, warum, trotz objektiver Möglichkeit die befreite Gesellschaft sich nicht einstellen wollte, ja ganz im Gegenteil sich die Massen dem Nationalsozialismus zuwandten. Die Suche nach dem über ökonomische Interessen hinausgehenden Kitt der Gesellschaft führte Horkheimer, Adorno und Marcuse zur Psychoanalyse. Mit Hilfe der Psychoanalyse und der Freudschen Massenpsychologie analysierten sie Antisemitismus als eine narzisstische Kränkung und pathische Projektion – ohne dabei den Primat der Ökonomie vor der Psychologie zu leugnen und in Psychologisierungen zu verfallen. Doch warum zieht seitdem jeder Versuch einer Revision der Theorie ihren gesellschaftskritischen Stachel? Und warum bleiben die “Elemente des Antisemitismus” und die “Studien zum autoritären Charakter” bis heute die gelungensten Analysen des Antisemitismus? Abschließend stellt sich die Frage, welche Auswirkungen die Entwicklung zur „vaterlosen Gesellschaft“ und die Transformation von der „autoritären Persönlichkeit“ zu einem „charakterlosen Charakter“ auf die Kritische Theorie haben.

Dr. Ljiljana Radonic lehrt über Antisemitismustheorie und Europäische Erinnerungskonflikte seit 1989 an der Universität Wien.

Publikationen:
Krieg um die Erinnerung. Kroatische Vergangenheitspolitik zwischen Revisionismus und europäischen Standards, Frankfurt 2010;
Mit Freud. Psychoanalyse und Gesellschaftskritik, Freiburg 2007 (Hg. mit Renate Göllner);
Die friedfertige Antisemitin. Kritische Theorie über Geschlechterverhältnis und Antisemitismus, Frankfurt 2004.

via agea

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2 Antworten auf “25. Mai: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Kritische Theorie – Antisemitismus als narzisstische Kränkung und pathische Projektion.”


  1. 1 AGEA 25. Mai 2011 um 14:05 Uhr

    Die Veranstaltung „Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Kritische Theorie – Antisemitismus als narzisstische Kränkung und pathische Projektion“ heute um 19 Uhr muss leider abgesagt werden.

    Aufgrund der Folgen des Vulkanausbruchs in Island kann die Veranstaltung leider nicht stattfinden. Die Referentin wird heute Abend leider nicht mehr in Magdeburg ankommen.

    Wir bitten um euer Verständnis und hoffen die Veranstaltung nachholen zu können.

  1. 1 Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Kritische Theorie – Antisemitismus als narzisstische Kränkung und pathische Projektion. « ambivalenz Pingback am 25. Mai 2011 um 10:14 Uhr
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