Zug der Erinnerung macht Halt in Magdeburg

nach einigen Anlaufschwierigkeiten dank mangelnder Kooperationsbereitschaft der DB macht der Zug der Erinnerung ab heute in Magdeburg Halt.

Vom 16. bis 18. November 2009 macht der „Zug der Erinnerung“ Station auf dem Magdeburger Hauptbahnhof und erinnert mit einer Ausstellung an die Deportation von Kindern und Jugendlichen, unter ihnen auch Magdeburgerinnen und Magdeburger, durch die Nationalsozialisten. Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wird als Schirmherr die Ausstellung am 16. November 2009 um 11.00 Uhr auf dem Magdeburger Hauptbahnhof offiziell eröffnet.

Ob aus Skandinavien oder aus Südgriechenland: Über Tausende Kilometer verschleppten die SS, das Reichsverkehrsministerium und die „Deutsche Reichsbahn“ über 1 Million Kinder und Jugendliche. Die Fotos der Opfer und ihre letzten Briefe, die sie aus den „Reichsbahn“-Waggons warfen, stehen für das Los der Millionen, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden. Statt entsetzlicher Bilder zeigt die Ausstellung Andenken, die aus unseren Familienalben stammen könnten. Zu sehen ist das Lächeln der Kindheit und der Optimismus der Jugend.
Die Initiative „Zug der Erinnerung“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, sie aus der Anonymität zu lösen. Seit 2007 präsentiert das Projekt seine Ausstellung auf verschiedenen Bahnhöfen der Bundesrepublik. Die europäische Dimension der Deportationen sowie die Rolle der Reichsbahn wird hier beispielhaft in Biographien nacherzählt. Man sieht Familienfotos, liest die letzten Briefe der Ermordeten – die Ausstellung berührt und macht nachdenklich.

Ergänzt wird die ständige Ausstellung durch einen Lokalteil, den Schülerinnen und Schüler in den Wochen vor Ankunft des Zuges erarbeiten. Die jungen Menschen sollen sich dabei in den eigenen Städten auf Spurensuche begeben. So wird auch ein Teil der Magdeburger Lokalgeschichte in der Ausstellung präsentiert. Für ihre Recherchen danken wir den Jugendlichen herzlich.

Die Ausstellung in Magdeburg wird ergänzt um ein umfangreiches Begleitprogramm. Hierfür zeichnen sich verschiedene Institutionen verantwortlich, u.a. die Stadtbibliothek, das Kulturhistorische Museum, der Arbeitskreis Stolpersteine, die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. und die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. Die Koordination des umfangreichen Programms wird von Miteinander e.V. übernommen.

Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.“. Weitere Förderer sind die Landeshauptstadt Magdeburg, die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die Kulturstiftung Kaiser Otto Magdeburg, die Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt e.V. und der Solifonds der Landtagsfraktion DIE LINKE.

via BgR Magdeburg

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:

16. November 2009 – 18.30 Uhr
Zeitzeugengespräch mit Shlomo Wolkowicz
Altes Rathaus

17. November 2009 – 13.00 Uhr
Zeitzeugengespräch mit Shlomo Wolkowicz
Forum Gestaltung

17. November 2009 – 16.30 Uhr
Filmvorführung
Zeitzeugendokumentation des AJZ Dessau
für Schulklassen/ Anmeldung erforderlich (unter Telefon: (0391) 540 48 16)
Stadtbibliothek Magdeburg

17. November 2009 – 19.00 Uhr
Vortragsabend: „Die Rolle der Deutschen Reichsbahn bei den Deportationen“
Referent: Hans Rüdiger Minow (Zug der Erinnerung e.V.)
Rathaus Magdeburg – Franckesaal

23. November 2009 – 9.00 Uhr
Stolpersteinverlegung
Knochenhauerufer/ Ecke Johannisberg
Im Gedenken an Familie Pressler

02. bis 30. November 2009
Wanderausstellung „Karl Plagge – ein gerechter unter den Völkern“
Stadtbibliothek Magdeburg

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1 Antwort auf “Zug der Erinnerung macht Halt in Magdeburg”


  1. 1 Macey 10. März 2011 um 15:57 Uhr

    Zug der erinnerung macht halt in magdeburg.. Nice :)

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