es gibt nur Sinn und Unsinn und was man so tut

Matthias Gärtner, NPD-Stadtrat in Magdeburg und Student der hiesigen Universität, sollte heute im Rahmen seines Studiums zusammen mit einem Kommilitonen ein Referat über die Sprache des Nationalsozialismus halten. neben dem gesteigerten Interesse am Seminar, sowohl unter Studierenden als auch Nicht-Studierenden, rief dies noch ganz andere Akteure auf den Plan: 5 Vermummte, wie es unkonkret heißt, haben innerhalb des Unigebäudes blaue Farbe auf Gärtner und seinen Kommilitonen und Kameraden gekippt. zusätzlich wurde Gärtner im Gebäude mit Reizgas eingedeckt. man mag von der Aktion an sich unter Ausblendung der Umstände halten, was man will – ich halte es ehrlich gesagt für ziemlich bescheuert, auch wenn nach wie vor gilt: kein Mitleid für Nazis. in ihr zeichnet sich m. E. nichts anderes als völlige Sinnfreiheit ab, vor allem, weil sie den blinden Aktionismus der Angreifer zum Ausdruck bringt. auf die Idee, dass neben Gärtner auch noch andere Menschen sich im Gebäude aufhalten, die gleichsam mit geschädigt werden könnten, sind sie scheinbar nicht gekommen oder aber es war schlichtweg egal. die Zentralität, die Gärtner hierbei eingeräumt wird, ist völlig fehl am Platz. in dieser Logik, dass es wichtiger sei, Gärtner zu schaden, als andere nicht zu schaden, werden Kollateralschäden einfach in Kauf genommen, als Opfer, die in erster Linie jedoch andere, nicht aber die Angreifer selbst bringen müssen.

ebenso irrelevant war scheinbar auch die Installation im Rahmen der „Woche der jüdischen Kultur und Geschichte in Magdeburg 2009“, die sich derzeit im selben Gebäude befindet und die Aktion Stolpersteine repräsentieren soll. zwar scheint die Farbe abwaschbar zu sein, doch auch hier machen die Angreifer ihre Priorität klar: das Gedenken an die Opfer der Shoa kann vorübergehend beschmutzt werden und hat sich dem Angriff auf Gärtner unterzuordnen. eine enorme Symbolik, die sich hier auftut…


via magdeburger sonntag

unterdessen hat der MDR nichts Besseres zu tun, als eine Kritik am Dozenten des Seminars zu vermitteln. die zentrale Frage: warum macht ausgerechnet Gärtner diesen Vortrag? m. E. wäre es eine Chance gewesen, ihn bloßzustellen. seine Unfähigkeit, auf Kritik einzugehen, eilt ihm als Ruf voraus und man hätte sich noch nicht einmal auf eine Diskussion mit ihm einlassen müssen (was ich als durchaus problematisch erachtet hätte). es wäre die Möglichkeit gewesen, ihm inhaltlich etwas entgegenzusetzen, nicht an ihn gerichtet – die Vorstellung, ihn belehren zu können halte ich für illusionär –, sondern an die restlichen Studierenden. vor dieser weitaus anspruchsvolleren Aufgabe haben sich die Angreifer gedrückt, wahrscheinlich, weil sie sich dem selbst nicht gewachsen sahen. zumindest hätte man diesen Part auch Anderen überlassen können, beispielsweise denen, die extra deswegen gekommen waren.

edit: die Installation wurde bei der Aktion erheblich eingesaut. es sieht ganz so aus, als sei die Farbe quer durch die Ausstellung geworfen worden. dabei wurden mehrere der Platten getroffen. bisher wurde die Farbe noch nicht entfernt.

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33 Antworten auf “es gibt nur Sinn und Unsinn und was man so tut”


  1. 1 enough is enough! 27. Oktober 2009 um 20:22 Uhr

    wenn du hier rumheulst das ja ach so böse vermummte da einen NAZI angegriffen haben und ihm daran gehindert haben einen vortrag zu halten dann bist du nicht besser als cdu politiker.

    deine begründung das andere zu schaden gekommen hätten können ist mehr als dumm. dann müsstest du aufhören mit deinem fahrrad – was hier ach so toll dargestellt wird rumzufahren – du könntest andere anfahren. außerdem, ist denn anderen was passiert? NEIN!

    und mit deiner shoa, ist es nich schlimmer das ein neonazi, ein haus aufsucht indem diese veranstaltung ist? ist dies nicht schimmer als blaube farbe in einem hausflur der nichtmal zur veranstaltung gehört.

    mach dein studium zuende und tritt einer demokratischen partei bei, wenn du ehrlich zu dir bist ist es doch das was du willst.

    PS: indem du hier immer rumheulst von ach die juden, die shoa usw. dann unterstütz auch nicht die meile der demokratie.

  2. 2 nkotb 28. Oktober 2009 um 10:34 Uhr

    ich soll in die CDU, weil ich Inhalte besser finde als Gewalt? mach dich nicht lächerlich.

    es gibt an der Uni einen Kurs „Einführung in die Logik“ – den empfehle ich dir. seit wann bewertet man die Intention anhand des Ergebnisses?

    du scheinst auch nicht viel Wert darauf zu legen, dich zu informieren, bevor du losplapperst, sonst wüsstest du, dass sich die Ausstellung im Hausflur befindet. vielleicht ist dir das Photo aufgefallen?
    wo sind die Leute heute, wenn Gärtner wieder das Haus betritt? wo waren sie am Montag? tu doch nicht so, als sei es den Angreifern um die Ausstellung gegangen.

  3. 3 Studentin 28. Oktober 2009 um 15:59 Uhr

    Ich finde Deinen Artikel wirklich gelungen *****

  4. 4 human 28. Oktober 2009 um 19:49 Uhr

    aktion im prinzip ja nicht schlecht, aber gärtner kann sich jetzt (wieder) als opfer hinstellen. das die aktion in der uni gelaufen ist, find ich gut. kein ruam für nazis, da muss man schon konsequent bleiben.

    ein genosse hat eben gerade auch die theorie aufgestellt, dass die aktion eigentlich von einer bestimmten magdeburger gruppe war. diese hätte vorgehabt die stolpersteine-aktion zu beschmutzen und zu solidarität mit palästina aufzurufen. gärtner stand dabei nur im weg.

  5. 5 nkotb 28. Oktober 2009 um 21:17 Uhr

    wow, du bist so lustig. wie machst du das nur?

  6. 6 omg 28. Oktober 2009 um 22:37 Uhr

    es sind 2 platten getroffen wurden mehr nicht und das hat bestimmt nix mit judenhass oder sowas zu tunen.sondern mit nicht ganz so guter ausführung.
    aber meckern anstatt was machen is ja besser.

  7. 7 nkotb 28. Oktober 2009 um 22:51 Uhr

    sehr schön, nur 2 Platten. also wurde die Ausstellung nur ein bisschen versaut. na das ist doch gar nicht so schlimm. das ist ja sogar noch total wenig, wenn man bedenkt, dass die Leute die Farbe quer durch den Raum geworfen haben. es ist sogar so wenig, dass man schon vermuten könnte, dass sie gezielt um die Platten herumgeworfen haben, nur das leider nicht ganz geschafft haben. nicht wahr? und daran, dass die Farbe nach unten fällt, hat ja auch die Schwerkraft Schuld. also ehrlich…

  8. 8 tm 29. Oktober 2009 um 15:48 Uhr

    kein dialog mit nazis! Faschisten bekämpfen!
    auf allen ebenen mit allen mitteln! In welcher Welt lebt ihr den, dass ihr den angriff auf solch eine art und weise denuziert bzw. blostellt??? War der angriff antisemitisch??? Wäre doch cool gewesen mit dem nazi zu diskutieren??? hat man euch ins gehirn geschissen???

  9. 9 Mr. Schneebly 29. Oktober 2009 um 15:59 Uhr

    „das Gedenken an die Opfer der Shoa kann vorübergehend beschmutzt werden und hat sich dem Angriff auf Gärtner unterzuordnen.“ Danke nkotb, damit hast du einen der zahlreichen Probleme der Aktion in der Tat auf den Punkt gebracht. Zugleich verweist es doch verweist es jedoch auch auf einen inneren Zusammenhang zwischen rechtsradikaler Alltagsreligion und dieser Art „linker“ Ideologie: ein immantentes Verhältnis zur Gewalt.

  10. 10 jaja 29. Oktober 2009 um 23:36 Uhr

    Also langsam reichts… Ständig hört Mensch nur negative Kommentare aus deiner Richtung. Ich würde gerne mal wissen was du denn für einen Beitrag zur Bekämpfung von Nazis leistest… Ach stimmt ja… Andere im Stich lassen wenn sie von Nazis angegriffen werden, hetze und Spaltversuche im Internet… Zusammenarbeit mit Staatlichen Repressinsorganen… Du kannst dich echt rühmen hast viel getan für eine starke gegenbewegung… Also bitte kehr erst mal vor deiner Haustür…
    Anstatt Aktivitäten von anderen zu denunzieren…
    Und ich für meinen Teil find das es eine absolute Frechheit ist einen Menschen wie diesen während dieser Ausstellung so ein referat halten zu lassen. Da gegen könntest du dich ja mal aussprechen… Anscheinend Interessieren dich mehr die toten als die Lebenden Juden…
    Egal… Ich bin einfach wahnsinnig wütend über heuchelnde nichts tuer… Schraub lieber an deinem Fahrrad rum aber geh keinem auf den Sack!
    Deine Dekonstruktive Hetze ist jedenfalls das allerletzte.

  11. 11 nkotb 30. Oktober 2009 um 1:41 Uhr

    @tm: du kannst lesen oder? “ nicht an ihn gerichtet – die Vorstellung, ihn belehren zu können halte ich für illusionär“ dann lies!

    @mr schneebly: es scheint nur niemandem aufzufallen…

    @jaja: Kritk ist echt ne schlimme Sache. besonders wenn es einen sebst trifft. und ja: dass sich jemand für Fahrräder interessiert, ist so konterrevolutionär. man darf nämlich 24/7 nur an Nazis klatschen denken. das ist die Revolution!

  12. 12 jaja 30. Oktober 2009 um 5:27 Uhr

    Was anderes hätte ich auch nicht erwartet… :/

    Kritik ist nichts schlechtes das will ich damit nicht gesagt haben… Aber dekonstruktive dumme kritik schon… Und das ist deine Hetze nun mal für mich… Kümmere dich um deine Sachen du pseudo.. ganz einfach…

    Und vor allen Dingen nur an Nazis klatschen denken… Das ist doch kein Ziel… Es ist wichtig das Mensch solche Menschen in die Schranken weist… Das ist eine Art der bekämpfung… Und meiner Ansicht nach total legitim… Vor allen Dingen wenn Mensch bescheid weiß über Gärtners Aktivitäten… Wie kann ich als überzeugter Menschenrechts verfechter ernsthaft daran glauben mit einem Typen wie Gärtner diskutieren zu können…
    Mich ungeschützt und erkenntlich auf ein Gespräch einzulassen das wäre äußerst dumm gewesen nicht mehr… Und jeder der ein funken gribs in der birne hat sieht Nazis erst gar nicht in einer Opferrolle… Nazi seín, heisst Täter sein. Und so sollte Mensch denen auch gegenübertreten…

    deine Kritik an dieser Handlung zeigt nur das du kein verständnis für Antifaschistische Arbeit hast, das du nichts gerafft hast… MEINER MEINUNG NACH…

  13. 13 Conan 30. Oktober 2009 um 9:09 Uhr

    Zugleich verweist es doch verweist es jedoch auch auf einen inneren Zusammenhang zwischen rechtsradikaler Alltagsreligion und dieser Art „linker“ Ideologie: ein immantentes Verhältnis zur Gewalt.

    extremismustheorie, der innepolitische bruder der demokratischen totaliarismustheorie.

    antifa-fangfrage an nkotb:
    wurde das andenken der juden nicht schon durch die anwesenheit des nazis beschmutzt?

  14. 14 enough is enough! 30. Oktober 2009 um 11:25 Uhr

    @nkotb: ja kritik ist was gutes – nur ist das bei dir keine kritik die aufzeigen würde was falsch gelaufen ist und was man besser machen könnte, es ist einfach (mal)wieder nur hetze von dir. hast du in den letzten 2-3 jahren eine, nur eine antifaschistische aktion in magdeburg und umgebung positiv bewertet?

    in meinen augen hast du es einfach nicht verkraftet das eure veranstaltungen mal angegriffen wurden und ihr danach nichts mehr gebacken bekommen habt. jetzt versuchst du, auf dem rücken der juden und israel zu hetzen gegen aktionen und strukturen. wenn du ehrlich zu dir bist dann geht es dir doch nicht hauptsächlich in diesem beispiel hier um die ausstellung – du kannst es einfach nur nicht verkraften das in magdeburg was passiert ist was nicht von den israelfetischisten organisiert wurde und musst jetzt, wie ich es schon geschrieben habe deinen senf dazugeben.

    kritik, die ihren namen auch verdient hat ist gern gesehen, nur das was du schreibst hat den namen kritik nichtmal verdient.

    ambesten hä[a]llst du aber einfach mal die fresse!

  15. 15 nkotb 30. Oktober 2009 um 12:22 Uhr

    @Conan: also Extremismustheorie und innerer Zusammenhang sind ja wohl nicht das Gleiche.
    na klar ist es nicht schön, wenn Nazis da durchlaufen. das macht’s doch aber nicht besser. ich könnt ja jetzt kleinlich werden und sagen: sie haben ihn ja gar nicht davon abgehalten, durch die Ausstellung zu laufen. dazu hätten sie ihn draußen angreifen müssen. (dann wäre im Übrigen die Ausstellung verschont geblieben und ich würd mich hier gar nicht so aufregen)

    @enough: ich find’s ja lustig, dass du dir immer noch die Zeit nimmst, meine „Hetze“ durchzulesen. scheint dich ja unglaublich zu beschäftigen, was ich so von mir gebe.
    und jetzt nimm dir mal ein Buch, setz dich hin und finde den Unterschied zwischen Kritik und Hetze heraus. wir hören dann sicher erst wieder in ’nem halben Jahr voneinander. lass dir Zeit, ich kann warten.

  16. 16 enough is enough! 30. Oktober 2009 um 13:42 Uhr

    @nkotb: sehr schön wie du dich hier zum affen machst. auf das, was ich geschrieben habe nicht eingegangen – wird wohl gestimmt haben ;)

  17. 17 nkotb 30. Oktober 2009 um 14:54 Uhr

    sorry, aber mit jemandem diskutieren, der nicht in der Lage ist, Begriffe auseinander zu halten, macht echt keinen Sinn. deswegen der Lesetip von mir – hast du scheinbar nicht verstanden.
    und dein Geplapper im 2. Absatz steht einfach nicht zur Debatte. man muss nicht über allen Scheiß diskutieren. und wenn du ’nen bisschen Ahnung von Ideologie und Alltagsreligion hast, dann weißte auch, warum ich dazu nichts schreibe.

  18. 18 (A) 01. November 2009 um 1:28 Uhr

    Guten Abend Neues Kind,

    in deinem Kommentar zum Angriff auf Gärtner lässt du kein gutes Haar an der Aktion. Ich möchte dir in sämtlichen Punkten widersprechen und versuchen, sachlich zu bleiben. Weil du doch so auf Kritik stehst, gell?

    1. Zuerst der wichtigste Punkt: du bist ernsthaft dafür, dass Nazis in den Universitäten eine Plattform für politische Referate gegeben wird? Wenn die Wahl darin besteht, die Veranstaltung zu verhindern oder sie zu besuchen und mit dem Nazi zu diskutieren, entscheidest du dich für zweiteres? Auch in deinem Teil der radikalen Linken dürftest du damit ziemlich allein stehen. Antisemiten und Rassisten müssen auf allen Ebenen mit verhältnismäßigen Mitteln bekämpft werden. Die Aktion, bei der Gärtner laut Magdeburger Sonntag lediglich leicht verletzt wurde, war verhältnismäßig. Verhältnismäßig für einen führenden Kopf der Sachsen-Anhaltinischen Nationalsozialisten und verhältnismäßig für eine Stadt, in der seit 1990 mindestens vier Menschen durch Nazis ermordet wurden sind und in der es wöchentlich zu faschistischen Übergriffen kommt.

    2. Zudem kritisierst du die mögliche Schädigung unbeteiligter Menschen. Es wurde jedoch niemand verletzt außer Gärtner. Und die Chancen dafür, dass es hätte passieren können, waren augenscheinlich enorm gering. Also wo ist dein Punkt?

    3. Die Verschmutzung der Gedenkplatten war sicherlich eine unschöne Folge der Aktion. Es wäre jedoch wesentlich schlimmer gewesen, wenn 60 Jahre nach dem NS, ein Stockwerk über den besagten Gedenkplatten für die Opfer der Shoa, wieder Nazis politische Vorträge halten, und zwar ausgerechnet über den Nationalsozialismus! Wenn sich in dir bei diesem Gedanken kein Brechreiz regt, meinst du es wohl doch nicht so ernst mit deiner Sorge um Israel.

    4. Nebenbei deutest du Unverständnis dafür an, dass der MDR Wedel für sein Verhalten als Prof kritisiert. Demnach findest du es also nicht kritikwürdig, dass ein Dozent Referate über den NS an Nationalsozialisten vergibt?

    Es haben endlich mal wieder Menschen in Magdeburg aktiv was gegen Nazis unternommen, indem sie einem Rassisten und Antisemiten sein Referat und den Tag versaut haben. Und du hast nichts besseres zu tun, als die Aktion aller Länge nach durch den Dreck zu ziehen. Dabei kritisiert du nicht einmal. Was du machst ist arrogantes Rumpissen.
    Fahr lieber Fahrrad.

  19. 19 nkotb 01. November 2009 um 17:38 Uhr

    also nochmal: ich habe ausdrücklich geschrieben, dass man nicht mit Gärtner diskutieren sollte. ich hätte auch nichts gegen die Farbaktion, wenn die Leute das etwas überlegter und reflektierter gemacht hätten. ich hab was gegen das Reizgas und dagegen, jemanden zu schlagen und zu treten, wenn es keine Notwendigkeit gibt. was du mit verhältnismäßig meinst, leuchtet mir nicht ein. was ist dein Maßstab?

    es ist niemand verletzt worden – Glück gehabt, würd ich sagen. standest du schonmal in einem mit Reizgas vernebelten Raum? keine schöne Sache…

    „Demnach findest du es also nicht kritikwürdig, dass ein Dozent Referate über den NS an Nationalsozialisten vergibt?“ – also entweder entscheidet man sich dafür, dass Rechte für alle gelten, d.h. in diesem Fall, dass Dozenten dann bspw. auch jeder Zeit Linken verbieten könnten, über den Kommunismus zu referieren oder dass es eben jedem frei steht, sich für ein Thema zu melden. oder man fängt an zu selektieren, für wen welche Rechte gelten. dafür kannst du nicht ernsthaft plädieren.

    wie gesagt, nur die Farbaktion, von mir aus auch auf der Treppe, als Gärtner schon eingesaut wurde (es war gar nicht mehr notwendig noch in die Ausstellung reinzuwerfen), hätte ich absolut in Ordnung gefunden. was ich kritisiert habe, ist der blinde Aktionismus, den man eben daran erkennt, dass keinerlei Rücksicht auf die Umgebung genommen wurde und dass Gewalt angewendet wurde, wo sie nicht notwendig war. den Tag und das Referat hätte die Farbe allein auch versaut.

  20. 20 Rainer Vernünftig 02. November 2009 um 17:10 Uhr

    Hat die Freude an dem Anschlag denjenigen, die ihn begangen haben, einen Moment eines Glücksgefühls vermittelt, haben Sie einen utopischen Blick auf die Welt erheischt, die sie zu erreichen gedenken. Würde dieser Anschlag dazu führen, dass die Handelnden hieraus die Erkenntnis ziehen, dass Aggression gegen Menschen – egal unter welcher Rechtfertigungsideologie geschehen – ihnen die aus dem Wiederholungszwang resultierende Befriedigung eigenen erfahrenen Leids für den Moment beschert, wäre in dem Anschlag sogar ein fortschrittliches Moment zu sehen. Denn es eröffnete die Möglichkeit der Selbstreflektion. Damit wäre zu dem Anschlag alles gesagt, was hierzu zu sagen wäre.
    Diskutabel erscheint der Reflex auf das Geschehen von den in einem Anti-Nazi-Umfeld Handelnden. Es streiten sich offensichtlich zwei (un)gleiche Geschwister um das Erbe eines imaginierten Vaters. Eteokles und Polyneikes. Der kategorische Imperativ, dass Auschwitz sich nicht wiederholen und nichts ähnliches geschehen dürfe, ist Ihnen Handlungsanweisung und Bürde zugleich. Während die einen das fremde Schicksal mit Mut und Tatkraft in die Hand nehmen und bestimmend, wer es verdient geächtet zu werden, mächtig sich fühlend zum Ankläger, Richter und Henker in einer Person sich zeigen; lehnen die anderen derartige Taten im individuellen Raum ab, um an anderer Stelle nicht nur abstrakt die Notwendigkeit Gewalt auszuüben nicht zu negieren. Ein Streit findet nicht statt über das Phänomen der mächtigen Problemlösung sondern allenfalls um die Frage der immanenten Vernunft eines solchen Handelns. Die Kritiker des Anschlags glauben an ihre Fähigkeit, den „Feind“ intelligenter aus dem Felde zu schlagen. Ihnen geht es in der Diskussion nicht darum Aufklärung im wohlverstandenen Sinne zu leisten, sondern besser zu sein als der (un)geliebte Bruder und dem Gegner im Zweifel mit der Macht der Denunziation der Anwesenden die gleiche Kränkung zuzufügen, wie die Handanlegenden. Der Anschlag wird als „völlige Sinnfreiheit“ bezeichnet. Man wisse, schon, ihn, den Nazi „belehren zu können“ sei „illusionär“. Trotzdem müsse man ihn reden lassen, um ihn inhaltlich zu kritisieren, um die anderen Zuhörer zu erreichen. Erscheint dieser Widerspruch sinnhaft? Warum muss der Nazi reden, um andere zu erreichen? Ist das eigene Argument ansonsten wertlos? Würde man die anderen nicht erreichen ohne dessen Beitrag. Ist das eigene Argument nur stichhaltig in der Abgrenzung zum Gegner? Warum muss ich einen in die Schranken weisen, der gegen eine eigene Aufklärung doch resistent zu sein scheint. Um mir – nur mit anderen feineren Mitteln – die Befriedigung zu verschaffen, die ich bei den anderen im Rahmen ihrer körperlichen Auseinandersetzung als „sinnfrei“ bezeichne? Eteokles und Polyneikes sterben aneinander im Bruderkampf. Gleiches Schicksal wünsche ich den sich als aufgeklärt verstehenden Beteiligten an dieser Auseinandersetzung um den „sinnhaltigen Umgang“ mit NPD-Personen nicht.

  21. 21 nkotb 03. November 2009 um 19:38 Uhr

    deinen ersten Abschnitt versteh ich, glaub ich, nicht. aus der bloßen Erkenntnis über die Ursache der Befriedigung folgt ja noch keine Befreiung vom Zwang. Selbstreflektion steht am Anfang, klar. nur was, wenn danach nichts kommt? dann bleibt doch das eigentlich Fortschrittliche aus.

    „Es streiten sich offensichtlich zwei (un)gleiche Geschwister um das Erbe eines imaginierten Vaters.“ versteh ich, glaub ich, auch noch nicht. ziehst du das daraus, dass beide sich Antifaschismus auf die Fahne schreiben?

    „Ihnen geht es in der Diskussion nicht darum Aufklärung im wohlverstandenen Sinne zu leisten, sondern besser zu sein als der (un)geliebte Bruder und dem Gegner im Zweifel mit der Macht der Denunziation der Anwesenden die gleiche Kränkung zuzufügen, wie die Handanlegenden.“ ich führ gern ne Diskussion darüber, nur 1. scheint mir der Blog nicht der geeignete Raum zu sein – in dem Sinne ging es mir tatsächlich (hier!) nicht vordergründig um die Diskussion. nur das zu generalisieren ist falsch und da du mich nicht kennst, hast du auch keinerlei Anlass für diese Behauptung. 2. läuft die „Diskussion“ nun hier trotzdem. jetzt schau dir bitte mal die ersten Beiträge dazu an. (A) war der erste, der halbwegs argumentative Kritik geübt hat. mir vorzuwerfen, dass ich auf das Vorherige – so les ich das jedenfalss raus – überheblich reagiert habe, find ich insofern überzogen, als dass mir dort gar keine Kritik entgegengebracht wurde, sondern sich einige nur eben mal auskotzen wollen. können sie gern machen, nur dann brauch sich niemand wundern, wenn ich genauso unsachlich reagiere, bzw. das von mir zu fordern, halte ich für vermessen.

    „Warum muss der Nazi reden, um andere zu erreichen?“ wenn du mir sagen kannst, wo ich das behaupte, kriegst du ein dickes, fettes Bienchen. es war lediglich eine Abwägung zweier möglicher Umgangsweisen und ich habe die inhaltliche Auseinandersetzung der Gewalt vorgezogen. der Nazi muss nicht reden, aber dass er nicht reden darf, dass Rechte nur selektiv zugestanden werden, davor möchte ich warnen (was nicht heißt, dass ich prinzipiell dafür bin, dass Nazis jederzeit überall reden dürfen. aber das führt jetzt zu weit). und ohnehin stellt sich die Frage im universitären Rahmen nicht, wer worüber referieren darf. auch der Nazi kann sich nämlich jederzeit sein Recht einklagen.

  22. 22 B. 07. November 2009 um 1:47 Uhr

    Ganz ehrlich: Ich habe das erste und auch das letzte mal auf deinen Blog geguckt. Faktisch wurde auf kosten einer temporär aufgestellten Gewissensberuhigung eine veranstaltung verhindert die einem bekannten Neonazi alle Rahmenbedingungen für eine Propaghandaveranstaltung gegeben hätte. Kritik ist ja an sich ne feine Sache und auch hier gibts defintiv Kritikpunkte noch und nöcher aber m.E. nach hast du mit dem Reizgas im geschlossenen Raum schon den einzig wirklich relevanten genannt. Jedoch frage ich mich jetzt ernsthaft: Wenn die Aktivisten vorhatten Gärtner durch Gewalt an seinem Vortrag zu hindern warum dann der Umweg über den Farbeimer? Ich habe die Flecken gesehen und kann mir nicht vorstellen das es sich um ein kleines Gefäss gehandelt hat. Ergo müssen fünf dunkel gekleidete Personen mit einem Farbeimer quer durch die Stadt und vorallem im Uni-Gebäude auffällig gewesen sein. Um jemand mit CS-Gas ein zu sprühen oder zu verprügeln doch ein wenig sehr riskant oder? Ich halte es für gut möglich das Reizgas genutzt wurde um einen gewalttätigen Angriff Gärtners abzuwehren.

    Aber darauf das ein Neonazi Gewalttätig werden könnte wenn man ihn reizt kommst du ja nicht. Wie denn auch wo diese Leute doch ein so friedliebendes Weltbild haben. Zumal der gute Mathias ja wohl als einziger führungskader auf Bundesebene regelmässig angegangen wird und es ihm irgendwann ja mal zum Halse heraus hängen könnte.

    Im übrigen solltest du meinen ersten Absatz nicht missverstehen: Es durchaus richtig an die Shoah mahnend zu erinnern. Der deutsche Gedebkkult jedoch der zum großteil nichts anderes mehr ist als gewissensberuhigung und Alibi zur rechtfertigung eines neuen Nationalgefühls ist hingegen mit anlauf Widerlich.

  23. 23 nkotb 27. November 2009 um 17:25 Uhr

    stimmt, Gärtner der Oberschläger. hat sich ja schon einen Namen als solchen gemacht. 5:1 – darüber lacht der doch! sorry, fällt mir nichts zu ein. ich hoffe, du merkst es selber.

  24. 24 saltzundessick 07. Dezember 2009 um 20:52 Uhr

    welche ‚enorme symbolik‘ tut sich denn eigentlich auf, dass ein nazischwein unbehelligt die ausstellung passieren und das andenken an die opfer der shoa mit den fuessen treten kann?
    der dialog mit den taetern und deren politischen nachfahren ist ein bestandteil im erinnerungsdiskurs des gelaeuterten deutschlands. dagegen koerperlich vorzugehen ist eine prima sache und ausgeprochen lobenswert.

    ps. ich hatte mal ernsthaft ueberlegt, geld fuer die stolpersteinaktion zu spenden und diese angemailt. als antwort kam eine mail von der ‚gedenkstaette deutscher widerstand‘, welche die aktion wohl massgeblich traegt. die mitbegruenderin uta franke ist eine ehemalige ddr-dissidentin und eine protagonistin der relativierung von naziverbrechen durch gleichsetzung mit der ddr. also abstand!

  25. 25 nkotb 04. Januar 2010 um 10:43 Uhr

    ja, der Erinnerungsdiskurs ist in hohem Maße kritisierenswert. nur eine Kritik daran habe ich bei der Aktion nicht vernommen. was du jetzt machst, ist die Tat im Nachhinein zu rechtfertigen, indem du ein Anliegen hinein interpretierst, das nirgends geäußert wurde. zudem frage ich mich, wie man mit Gewalt Kritik äußert. das Einzig Offensichtliche, das damit geäußert wird, ist, dass man eben gewalttätig agieren will.

    danke aber für die Info über die Stolpersteine. ich dachte bisher, dass die interessierten Initiativen einfach bei dem Künstler anfragen und der kümmert sich dann drum. muss ich mich nochmal informieren.

  26. 26 Samuel von Reiflingen 14. Januar 2010 um 23:50 Uhr

    Außer NKOTB, der glücklicherweise nicht zu den Magdeburger Helden zu rechnen ist, scheint keiner von ihnen bemerkt zu haben, dass Gärtner in diesem Seminar nur verlieren konnte. Aber dass die Antifa in Magdeburg nicht nur deutschen Nazis gerne einen Gefallen tut, ist nun nichts neues und braucht nicht ständig gekäut zu werden.

    @Rainer Vernünftig:
    Sie sind ja noch schlimmer als die. Die präsentieren sich ja als so verroht wie sie wirklich sind. Auch hier in dem Blog. Dazu braucht man nichteinmal was schreiben. Womit, wie Sie finden, alles zu der Gewalttat gesagt wäre, ist jedoch der blanke Hohn auf alle Vernunft. Sie schreiben allen Ernstes, dass das „Glücksgefühl“, dass aus dem Terror erwächst einen utopischen Blick auf die Welt zu eröffnen in der Lage wäre. Sie verschweigen, dass dieser Blick nur auf einen Alptraum von einer Sache, eine Verallgemeinerung der Gewalt, eine negative Utopie gerichtet sein kann. Ich weiß nicht, was für Glücksmomente Sie schon erlebt haben. Allzu schöne können es jedoch nicht gewesen sein, wenn Sie meinen, dass sie aus dem Beschmeißen von verabscheuungswürdigen Personen mit Farbe und anderer Gewalt erwachsen können.
    Sie sind ein ganz übler Schwätzer, weil sie mit ihren Sätzen nicht eine komplizierte Realität wiedergeben, sondern mit schlechter Absicht eine schaffen. Im Grunde wollen Sie nur sagen, dass noch die Schandtat des verkommensten Individualfaschisten ein „fortschrittliches Moment“ habe, weil er durch sie erkennen könnte, wie schlimm es um ihn steht und wie häßlich er ist. Aber Sie wollen es auch wieder so explizit nicht ausgedrückt haben. Deshalb schreiben Sie solche Absätze wie den ersten. Immerhin ist es nicht ihre Absicht, einen in die Schranken zu weisen, bei dem kein Mittel der Aufklärung noch eine Grenze setzen kann. Sie liebäugeln ja ganz offensichtlich selbst mit der Entgrenzung der Gewalt, statt ihrer Eindämmung. Und deshalb salbadern Sie auch von einer „Möglichkeit der Selbstreflexion“ anstelle die vorauszusetzen und stattdessen über die Bedingungen der Freiheit und des Glücks zu sprechen.

  27. 27 Rainer Vernünftig 17. Februar 2010 um 0:32 Uhr

    Ich kann, lieber Herr von Reiflingen, mich noch nicht entscheiden, umfassender auf Ihren Schrieb zu antworten. Handelnde sind konkrete Menschen aus Fleisch und Blut und Hirn. Diejenigen, die mit Farbe nach „Grenzenlosen“ schmeißen und diejenigen, die sich ihm im Seminar überlegen fühlen wollen. Wer diesen konkreten Menschen ein narzistisches Bedürfnis in ihrem Tun, ein empfundenes Glücksmoment abspricht, will sich nicht mit Menschen befassen. Dem geht es darum die Freiheit und das Glück unter Bedingungsvorbehalt zu stellen.

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    @Rainer Vernünftig: die haben bestimmt ihr „Glücksmoment“ dabei gehabt, nur sagt das noch nichts über das Bedürfnis, das da befriedigt wurde, aus. eine falsche Gesellschaft bringt auch falsche Bedürfnisse hervor. wer das nicht reflektiert, kann auch bei der Bedürfnisbefriedigung nur daneben greifen, bspw. in Gewalt verfallen.

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