boykottdurban2

space2 heute: Vortrag „What’s left?“


heute beginnen die 3. Antifaschistischen Hochschultage der AGEA mit einem Vortrag von Jan Gerber zur „Geschichte und Verfall der Linken“. hier der Ankündigugnstext:


Die Zumutungen, die heute in der „Jungen Welt“ stehen oder bei den Vereinstreffen der einschlägigen Linksparteien geboten werden, sind von Anfang an, seit sich Robespierre und Co. in der französischen Nationalversammlung auf der linken Seite des Kammerpräsidenten niederließen, im Konzept der Linken angelegt. Insofern ist es möglich, die Geschichte der Linken als eine Entfaltung seiner reaktionären Tendenzen zu lesen. Insbesondere die Ingredienzien Egalitarismus, Antiimperialismus und Etatismus sind heute charakteristisch für das, was links ist. Zugleich aber ist der historische Materialist angehalten, die Geschichte „gegen den Strich zu bürsten“ (Benjamin). Daher gilt es, die Ambivalenz dieser Geschichte aufzuzeigen und darauf zu beharren, dass es in der Linken immer auch heterologe Elemente gab, die auf die Befreiung des Individuums von Herrschaft und Ausbeutung abzielten: die gar nicht parteiförmige, sich leider vorerst aus vereinzelten Individuen zusammensetzende Partei des Glücks.

Referent:
Jan Gerber, Mitherausgeber der Bücher „Rote Armee Fiktion“ und „Fight for Freedom. Die Legende vom anderen Deutschland“, schreibt u.a. für die Zeitschriften Bahamas, Prodomo und Phase 2. Er wird erläutern, inwiefern die Linke zugleich die Aufklärung verraten und sie auf die Spitze getrieben hat.

im Januar und Februar nächsten Jahres folgen drei weitere Veranstaltungen um die Themen Psychoanalyse, Kritische Theorie und Völkerrecht. der Programmüberblick:

16. Dez. 2009 / 19 Uhr / G40 OvGU (Zschokkestraße 32)
What’s left? Zu Geschichte und Verfall der Linken.
Vortrag mit Jan Gerber

21. Jan. 2010 / 19 Uhr / G40 OvGU (Zschokkestraße 32)
Kritische Theorie und Psychoanalyse. Antisemitismus als Denkform.
Vortrag mit Dr. phil. Oliver Decker

27. Jan. 2010 / 19 Uhr / G40 OvGU (Zschokkestraße 32)
Der Wahn vom Weltsouverän. Zur Kritik des Völkerrechts.
Buchvorstellung mit Gerhard Scheit

03. Feb. 2010 / 19 Uhr / G40 OvGU (Zschokkestraße 32)
Die verschwundene Wirklichkeit. Zum Realitätsbegriff und Realismuskonzept der kritischen Theorie.
Vortrag mit Roger Behrens

space2 what’s the message?

sieht nicht aus wie ein Fixie, funktioniert nicht nach dem Prinzip eines Fixies, hat auch sonst so ziemlich nichts mit irgendeinem Rad gemein. also: was ist die Message?


space2 Zug der Erinnerung macht Halt in Magdeburg

nach einigen Anlaufschwierigkeiten dank mangelnder Kooperationsbereitschaft der DB macht der Zug der Erinnerung ab heute in Magdeburg Halt.

Vom 16. bis 18. November 2009 macht der „Zug der Erinnerung“ Station auf dem Magdeburger Hauptbahnhof und erinnert mit einer Ausstellung an die Deportation von Kindern und Jugendlichen, unter ihnen auch Magdeburgerinnen und Magdeburger, durch die Nationalsozialisten. Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wird als Schirmherr die Ausstellung am 16. November 2009 um 11.00 Uhr auf dem Magdeburger Hauptbahnhof offiziell eröffnet.

Ob aus Skandinavien oder aus Südgriechenland: Über Tausende Kilometer verschleppten die SS, das Reichsverkehrsministerium und die „Deutsche Reichsbahn“ über 1 Million Kinder und Jugendliche. Die Fotos der Opfer und ihre letzten Briefe, die sie aus den „Reichsbahn“-Waggons warfen, stehen für das Los der Millionen, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden. Statt entsetzlicher Bilder zeigt die Ausstellung Andenken, die aus unseren Familienalben stammen könnten. Zu sehen ist das Lächeln der Kindheit und der Optimismus der Jugend.
Die Initiative „Zug der Erinnerung“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, sie aus der Anonymität zu lösen. Seit 2007 präsentiert das Projekt seine Ausstellung auf verschiedenen Bahnhöfen der Bundesrepublik. Die europäische Dimension der Deportationen sowie die Rolle der Reichsbahn wird hier beispielhaft in Biographien nacherzählt. Man sieht Familienfotos, liest die letzten Briefe der Ermordeten – die Ausstellung berührt und macht nachdenklich.

Ergänzt wird die ständige Ausstellung durch einen Lokalteil, den Schülerinnen und Schüler in den Wochen vor Ankunft des Zuges erarbeiten. Die jungen Menschen sollen sich dabei in den eigenen Städten auf Spurensuche begeben. So wird auch ein Teil der Magdeburger Lokalgeschichte in der Ausstellung präsentiert. Für ihre Recherchen danken wir den Jugendlichen herzlich.

Die Ausstellung in Magdeburg wird ergänzt um ein umfangreiches Begleitprogramm. Hierfür zeichnen sich verschiedene Institutionen verantwortlich, u.a. die Stadtbibliothek, das Kulturhistorische Museum, der Arbeitskreis Stolpersteine, die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. und die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. Die Koordination des umfangreichen Programms wird von Miteinander e.V. übernommen.

Das Projekt wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.“. Weitere Förderer sind die Landeshauptstadt Magdeburg, die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt, die Kulturstiftung Kaiser Otto Magdeburg, die Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt e.V. und der Solifonds der Landtagsfraktion DIE LINKE.

via BgR Magdeburg

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:

16. November 2009 – 18.30 Uhr
Zeitzeugengespräch mit Shlomo Wolkowicz
Altes Rathaus

17. November 2009 – 13.00 Uhr
Zeitzeugengespräch mit Shlomo Wolkowicz
Forum Gestaltung

17. November 2009 – 16.30 Uhr
Filmvorführung
Zeitzeugendokumentation des AJZ Dessau
für Schulklassen/ Anmeldung erforderlich (unter Telefon: (0391) 540 48 16)
Stadtbibliothek Magdeburg

17. November 2009 – 19.00 Uhr
Vortragsabend: „Die Rolle der Deutschen Reichsbahn bei den Deportationen“
Referent: Hans Rüdiger Minow (Zug der Erinnerung e.V.)
Rathaus Magdeburg – Franckesaal

23. November 2009 – 9.00 Uhr
Stolpersteinverlegung
Knochenhauerufer/ Ecke Johannisberg
Im Gedenken an Familie Pressler

02. bis 30. November 2009
Wanderausstellung „Karl Plagge – ein gerechter unter den Völkern“
Stadtbibliothek Magdeburg

space2 Musiktip: Jupiter Jones

Hamburger Schule trifft es wohl ganz gut, wenn man Jupiter Jones möglichst kurz beschreiben, dennoch nicht auf eine einzelne Facette reduzieren will. tatsächlich deckt die Band sowohl den gefühlsbetonten Bereich a la Tomte, sowie auch den eher punkigen in Richtung Muff Potter ab. noch relativ frisch ist das Album „Holiday In Catatonia“, das Jupiter Jones Mitte diesen Jahres rausgebracht haben. das Album ist leider nicht mehr so punkig, wie seine Vorgänger, teilweise sogar etwas schnulzig, aber trotzdem schön. bei patrickloveslife findet sich hierzu eine nette und detailierte Besprechung.

wer es, wie ich, etwas rauer mag, dem sei das Album „Raum um Raum“ empfohlen. klingt nicht ganz so glatt, wie das aktuelle Album, streckenweise sogar etwas rotzig, was es in meinen Augen aber sympathischer macht. sehr schön ist auch die Anfang des Jahres erschienene EP „Das Jahr in dem ich schlief“. der gleichnamige Song ist aus dem aktuellen Album und besitzt auf jeden Fall Ohrwurm-Potential. die anderen 3 Songs stammen von den vorherigen Alben. wunderschön ist die Elektro-Unplugged-Version von „Versickern / Versanden“, deren Original sich auch auf „Raum um Raum“ befindet. textlich sehr emo, geht tief unter die Haut – der perfekte Song für die besonders schweren Stunden des Lebens. so schön kann Schnulze sein.


space2 09.11.09: Gedenken der Opfer der Novemberpogrome

9.11.2009 | 15 Uhr | Synagogenmahnmal | Julius Bremer Str.

Am 9. November 1938 kam es in Deutschland und Österreich zu den bis dahin heftigsten Ausbrüchen von antisemitischer Gewalt. Die SA, bejubelt und unterstützt von der deutschen Bevölkerung, zog brandschatzend durch die Straßen. Die ungezügelten Gewalttaten richteten sich gegen Synagogen, jüdische Geschäfte sowie Friedhöfe, auch Jüdinnen und Juden selbst wurden Ziel des Mobs. Im Verlauf der Ausschreitungen wurden mindestens 8000 Geschäfte zerstört[1], fast alle Synagogen wurden niedergebrannt oder erheblich beschädigt. Mindestens 400 Menschen fielen der deutschen Raserei an diesem Tag zum Opfer[2]. 30.000 jüdische Menschen wurden verhaftet und in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Wahrnehmbarer Protest oder Widerstand dagegen regte sich nicht.

Am 9. November zeigte sich perfide, wie sich „ganz normale“ Menschen und Eliten im antisemitischen Terror einten: Während von der NSDAP-Elite die Anweisungen ausgegeben wurden, den Terror gegen die Jüdinnen und Juden nun ganz offen zu begehen, begleitete eine wütende, hasserfüllte Menge aktiv die SA, plünderte und mordete in manchen Gegenden noch Tage lang weiter. Mit diesem unglaublichen Akt der Gewalt wurde das fortgeführt, was sich schon mit etlichen früheren Demütigungen und Diskriminierungen gegen Jüdinnen und Juden angedeutet hatte: der offene Antisemitismus des Nationalsozialismus, der schlussendlich in der Shoa gipfelte.
Auch wenn der deutschen Barbarei und damit der massenhaften, industriell durchgeführten Vernichtung mit dem 8. Mai 1945 ein vorläufiges Ende bereitet wurde, vergeht heute kaum ein Tag, an dem nicht von neuen antisemitischen Untaten berichtet werden muss…

Wir rufen deshalb für den 9. November 2009 dazu auf, der Opfer der deutschen Verbrechen zu gedenken und wollen daran erinnern, dass der Antisemitismus, wenn auch in anderer Form, nach wie vor latent in der Gesellschaft vorhanden ist.

Im Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome und der Shoa wollen wir an der alljährlich stattfindenden Kundgebung der Stadt und der jüdischen Gemeinde Magdeburg am Synagogenmahnmal teilnehmen.

[1] Vgl.: http://shoa.de/holocaust/ausschreitungen-und-judenpolitik-nach-1935/52.html. [zurück]
[2] Vgl.: http://www.antisemitismus.net/shoah/kristallnacht.htm. [zurück]

via agea

space2 Schnappschüsse für ein Bleiberecht

derzeit sind über 300 in Magdeburg lebende Roma von einer Abschiebung bedroht. deutschlandweit drohen mehreren Tausend die Zwangsausweisung. auch in Magdeburg gibt es Protest, in Form einer Photoaktion unter dem Titel „300 Plus“, dagegen. die nächsten Termine der Aktion findet ihr hier.

space2 Musiktip: Kidcrash

weil es längst überfällig ist, mal wieder ein Musiktip: Kidcrash bringen gerade ein neues Album mit dem Titel „Snack“ raus. wer auf Post-Hardcore/Emo/Screamo steht, ist bei der Band genau richtig. mein großer Favorit ist die „I haven‘t had a date in four years“. hier kann mal mal reinhören. sind im Übrigen grad auch auf Tour. ich hab sie mal wieder verpasst. as usual…

space2 es gibt nur Sinn und Unsinn und was man so tut

Matthias Gärtner, NPD-Stadtrat in Magdeburg und Student der hiesigen Universität, sollte heute im Rahmen seines Studiums zusammen mit einem Kommilitonen ein Referat über die Sprache des Nationalsozialismus halten. neben dem gesteigerten Interesse am Seminar, sowohl unter Studierenden als auch Nicht-Studierenden, rief dies noch ganz andere Akteure auf den Plan: 5 Vermummte, wie es unkonkret heißt, haben innerhalb des Unigebäudes blaue Farbe auf Gärtner und seinen Kommilitonen und Kameraden gekippt. zusätzlich wurde Gärtner im Gebäude mit Reizgas eingedeckt. man mag von der Aktion an sich unter Ausblendung der Umstände halten, was man will – ich halte es ehrlich gesagt für ziemlich bescheuert, auch wenn nach wie vor gilt: kein Mitleid für Nazis. in ihr zeichnet sich m. E. nichts anderes als völlige Sinnfreiheit ab, vor allem, weil sie den blinden Aktionismus der Angreifer zum Ausdruck bringt. auf die Idee, dass neben Gärtner auch noch andere Menschen sich im Gebäude aufhalten, die gleichsam mit geschädigt werden könnten, sind sie scheinbar nicht gekommen oder aber es war schlichtweg egal. die Zentralität, die Gärtner hierbei eingeräumt wird, ist völlig fehl am Platz. in dieser Logik, dass es wichtiger sei, Gärtner zu schaden, als andere nicht zu schaden, werden Kollateralschäden einfach in Kauf genommen, als Opfer, die in erster Linie jedoch andere, nicht aber die Angreifer selbst bringen müssen.

ebenso irrelevant war scheinbar auch die Installation im Rahmen der „Woche der jüdischen Kultur und Geschichte in Magdeburg 2009“, die sich derzeit im selben Gebäude befindet und die Aktion Stolpersteine repräsentieren soll. zwar scheint die Farbe abwaschbar zu sein, doch auch hier machen die Angreifer ihre Priorität klar: das Gedenken an die Opfer der Shoa kann vorübergehend beschmutzt werden und hat sich dem Angriff auf Gärtner unterzuordnen. eine enorme Symbolik, die sich hier auftut…


via magdeburger sonntag

unterdessen hat der MDR nichts Besseres zu tun, als eine Kritik am Dozenten des Seminars zu vermitteln. die zentrale Frage: warum macht ausgerechnet Gärtner diesen Vortrag? m. E. wäre es eine Chance gewesen, ihn bloßzustellen. seine Unfähigkeit, auf Kritik einzugehen, eilt ihm als Ruf voraus und man hätte sich noch nicht einmal auf eine Diskussion mit ihm einlassen müssen (was ich als durchaus problematisch erachtet hätte). es wäre die Möglichkeit gewesen, ihm inhaltlich etwas entgegenzusetzen, nicht an ihn gerichtet – die Vorstellung, ihn belehren zu können halte ich für illusionär –, sondern an die restlichen Studierenden. vor dieser weitaus anspruchsvolleren Aufgabe haben sich die Angreifer gedrückt, wahrscheinlich, weil sie sich dem selbst nicht gewachsen sahen. zumindest hätte man diesen Part auch Anderen überlassen können, beispielsweise denen, die extra deswegen gekommen waren.

edit: die Installation wurde bei der Aktion erheblich eingesaut. es sieht ganz so aus, als sei die Farbe quer durch die Ausstellung geworfen worden. dabei wurden mehrere der Platten getroffen. bisher wurde die Farbe noch nicht entfernt.

space2 22.10. Mina Ahadi: Zur aktuellen Situation im Iran


Nachdem es in Deutschland vor wenigen Wochen eine emsige Berichterstattung über die Unruhen im Iran gegeben hatte, ist es um dieses Thema nun wieder ruhig im deutschen Blätterwald geworden. Vielleicht auch deswegen, weil es bedeutet hätte unangenehme Fragen bezüglich wirtschaftlicher Beziehungen zwischen der BRD und dem Mullah-Regime zu beantworten. Auch wenn Mussawi, als populäres Bild des iranischen Widerstands, von Anfang an keine Alternative gewesen wäre, hat sich im Iran seit den Wahlen eine unterstützenswerte Bewegung gegen Islamismus, Folter, Kopftuchzwang, Vergewaltigung und Todesstrafe entwickelt. Mina Ahadi, Exil-Iranerin und Vorsitzende des Zentralrats der Exmuslime, wird über aktuelle Entwicklungen im Iran berichten. Sie wird Fragen beantworten und Möglichkeiten aufzeigen, was hier zur Unterstützung des Widerstands im Iran getan werden kann.

via

22.10.09., 20.00, ACC Weimar
Teilnahmebetrag: 2€, Anmeldung erforderlich.

space2 „Your Job in Germany“


Every German is a potential source of problem […] The german people are not our friends.

spon hat diesen Schulungsfilm gerade wieder rausgekramt. feine Sache.

Part 1:

Part 2:

space2 this bikeway is a battlefield

schon nach wenigen Tagen ist mir die Lust am Radfahren durch Magdeburg fast vergangen. ständig springen einem Leute vor’s Rad, als wäre der Fahrradweg gestern erst erfunden worden und für das Internalisieren des Zur-Seite-Sehens vor ihm bisher noch keine Zeit gewesen. am liebsten sind mir jene Gestalten, die einem AUF dem Radweg entgegenkommen. ich sollte einfach weiter fahren…

eine Frau schob mir heute in einem Anfall von Leichtsinnigkeit fast ihr im Kinderwagen liegendes Neugeborene in die Speichen. eine andere, scheinbar auf einem Valium-Film Radelnde drängte mich zwischen stehenden Autos fast in eines derselben, obwohl sie mich groß von der Seite anglotzend definitiv gesehen haben musste, entschied sich deswegen aber keineswegs Platz zu machen – im Gegenteil, sie lenkte weiter in Richtung Auto, als hätte sie es auf dessen Scheinwerfer abgesehen – und reagierte noch nicht einmal auf mein anschließendes Pöbelgewitter.

besonders nervtötend ist der Breite Weg ab Ernst-Reuter-Allee. weil es hier keine Fahrbahn mehr gibt, hat sich der gemeine Fußgänger offentsichtlich dazu entschlossen, die Existenz des Radweges zu verleugnen und die gesamte Straße zu okkupieren. hätte ich allein heute auf Bremsen und Ausweichen an dieser Stelle verzichtet, ich hätte eine Massenklage wegen Körperverletzung am Hals.

ich umfahre wohl zukünftig die Innenstadt und präferiere die kleineren STRAßEN, auf denen man als RadfahrerIn scheinbar besser aufgehoben ist. zumindest hat mich heute noch kein Autofahrer versucht, vom Rad zu holen.

space2 es fährt!

endlich fertig. naja, zumindest vorerst. einige Teile werd ich im Laufe der Zeit noch austauschen. vor allem bin ich mir noch nicht sicher, wie es farblich weiter gehen soll – weiß oder rot? für den Anfang kommen noch Bremsen dran. die Kette ist, obwohl sie neu ist, leicht in sich verdreht, was zu leichten Geräuschen führt, da sie auch extrem steif ist. aber ich denke, das gibt sich noch.

Bild

hier mal die Eckdaten:
Rahmen: Bianchi Rekord 845 (Bj. 1986)
Naben, Ritzel: BLB
Felgen: Velocity
Reifen: Schwalbe Lugano
Innenlager: Shimano Deore
Kurbel: Stronglight
Kette: KMC Halflink
Pedale: k.A.
Lenker: Scape
Vorbau: k.A.
Sattelstütze: Patentsattelstütze aus Alu
Sattel: Selle Italia Lady Gel Flow

so, ich geh jetzt Fahrrad fahren.

space2 Stadtfeld Gangster-Rap


„Rechtsrock ist mehr als nur schlechte Musik“ hieß es mal auf einem Aufkleber des NDC. Stadtfelder Gangster-Rap ist es definitiv auch. es ist schon eigenartig, dass das heftigste Gedisse ausgerechnet von solchen Leuten kommt, deren Songs man kaum länger als 5 Sekunden hören kann, ohne ernsthafte Folgeschäden befürchten zu müssen. dennoch lehnt sich der junge Mann in dem Song weit aus dem Fenster und stellt dabei nicht nur das Nicht-Vorhandensein seines Taktgefühls, sondern auch seiner, im HipHop nicht gerade nebensächlichen, Wortakrobatik zur Schau. wenn Goethe das hören würde… feste Bestandteile des wahrscheinlich kleinsten Wortschatzes der Welt, in dessen Plattitüden sich im Übrigen auch das Video mit Schlagring und verpixelter Splatter-Texture wunderbar einfügt, sind natürlich „Fotzen“ und „Lutscher“ – wie sich das für einen ordentlichen Gangster gehört. fortwährend wird auch der Bezug der Gangster-Rapper, bzw. ihre Zugehörigkeit zur „Antifa“ hergestellt und man braucht nicht lang überlegen, wer damit gemeint ist. aber Sexismus und Homophobie gibt’s ja in der Magdeburger Antiimp-Szene nicht. das ist halt HipHop, die meinen das nicht so.

der Song ist ein Diss an Wackbeat, einem HipHop-Trio aus Magdeburg Buckau, das nach eigener Aussage kein Bock auf Gangster-Rap und eingebildeter Ghetto-Atmosphäre hat. mit der Feststellung, in Magdeburg gäbe es gar kein Ghetto, macht sich das Trio zwangsläufig bei der Stadtfeld-Gang unbeliebt. ohne Ghetto kann man nämlich kein Gangster sein. und so greifen Wackbeat eben jene Identität an, auf die man in SFO so stolz ist. wo zwischen massig sanierten Altbauten, einer der teuersten Straßen Magdeburgs, zahlreichen teuren Restaurants und Kneipen das Ghetto liegen soll, wird selbst dem aufmerksamen Kiezinspekteur wohl immer verschlossen bleiben. tatsächlich ist das Ghetto-Gehabe der SFO-Gang lediglich eine Projektion, ein Wunschdenken, das sich aus der Verbindung von Lokalpatriotismus und unkontrollierten Gewaltphantasien speist. da beides in der Linken eher uncool ist, bedarf es zur Legitimation auf der einen Seite der Behauptung, dass ein bestimmtes Viertel auf besondere Weise geschützt werden müsse, auf der anderen jener Personen und Zustände, die diesen Raum oder dessen Menschen bedrohen oder ihnen zumindest feindlich gegenüber stehen. das Ergebnis sind pubertierende Mitt-Zwanziger, die sich in einem der teuersten und hinsichtlich der Lebensqualität hochwertigsten Stadtteile Magdeburgs die Bronx herbeihalluzinieren.

space2 Bianchi Rekord 845

der Peugeot-Rahmen muss noch warten, bis ein Rennrad aus ihm wird. heute – endlich! – ist der Bianchi Rekord angekommen. wie es sich gehört für einen alten Stählernen gemufft und mit 3,2kg so, wie er da steht, noch sehr leicht. ein paar kleine Macken hat er, aber halb so wild, ist halt kein neuer.

space2 den Geschichtsrevisionismus pack ich dir gratis oben drauf

aus einem Artikel auf spon über die, wie man so schön sagt, diplomatische Krise zwischen Israel und Schweden:

Israels ultrarechter Außenminister Avigdor Lieberman, der öffentliches Poltern als Markenzeichen pflegt, heizt den Streit seit Tagen an. Als der Fall noch keine großen Schlagzeilen gemacht hatte, verglich er bereits die fehlende Reaktion der schwedischen Regierung mit dem angeblichen „Schweigen“ während des Holocaust.

„angeblichen“?

space2 quote of the day

It was to late to start playing loud music, and the only other entertainment I could find in the flat was whisky…

space2 Danke Mr. Nagasawa

für diese unglaublich schönen Rahmen:


mit Liebe zum Detail:




space2 12. August ’09: Aktionstag gegen das iranische Regime

wie auch in anderen Städten findet morgen in Magdeburg eine kleine Aktion gegen das iranische Regime und seine Unterstützer statt:

12. August 2009 / Magdeburg
Infotisch / 14 – 16 Uhr / Alter Markt / neben dem MVB-Häuschen

Freiheit für die Menschen im Iran

Die Organistor_innen wollen im Allgeinen über aktuelle Entwicklungen in Iran und im Speziellen über die Repression des Regimes und die Situation der von jener Betoffenen informieren. Diese Aktion soll als Solidaritätsbekenntnis für die säkulare und demokratische Opposition verstanden werden.

space2 der pure Neid

so ein Schmuckstück würd ich ja auch gern mal in meinem Keller finden.
raleigh

space2 Fundstück

die Räder gehen gar nicht. wie man sich die Kurbelgarnitur freiwillig so verhunzen kann, versteh ich absolut nicht. die Rahmenrundung am Gabelschaft ist ganz schön klobig, dafür ist die Farbe unendlich schön.

aber vor allem ist der eingelassene Vorbau einfach nur arschgeil:

Meta






Was los?











lies ma was!


Dan Diner - Feindbild Amerika. Über die Beständigkeit eines Ressentiments.

dialektik
Sebastian Voigt - Die Dialektik von Einheit und Differenz.

banner_de



Buttons