15. Juni: Infoveranstaltung zum Thema Neonazis an unseren Hochschulen

19 Uhr / Unibibliothek Magdeburg / Konferenzraum

Inzwischen hat es sich herumgesprochen: Rechtsextremismus ist weder ein gesellschaftliches Randphänomen noch ein ausschließliches Problem so genannter bildungsferner Schichten. Davon zeugen nicht zuletzt studentische Mitglieder in der NPD oder die Aktivitäten rechtsextremer Hochschulgruppen. Der Vortrag beleuchtet die verschiedenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus. Er informiert über Struktur und Ideologie der extremen Rechten in Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt stehen dabei rechtsextreme Phänomene an den Hochschulen.

Referent: Pascal Begrich (Miteinander e.V.)
Veranstalter: Bündnis „Wir Studierende gegen Rechts“

26. Mai: Öffentlicher Vortrag im Habilitationsverfahren von Herrn Dr. Arnd Pollmann

Am Donnerstag, findet um 17.00 Uhr, in Fortführung des Habilitationsverfahrens von Herrn Dr. phil. Arnd Pollmann im Raum 522, Geb. 40 – Zschokkestraße 32 – der für die Verleihung der Venia Legendi für das Fach „Philosophie“ erforderliche öffentliche Vortrag statt. das Thema des Vortrages: „Ein Übel, mit dem ein erstes Übel vergolten wird, um ein drittes Übel zu verhindern: Komplikationen einer philosophischen Begründung staatlicher Strafe“.

25. Mai: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Kritische Theorie – Antisemitismus als narzisstische Kränkung und pathische Projektion.

19 Uhr | Uni-Magdeburg FGSE | Gebäude 40| Zschockkestrasse 32
Raum ist vor Ort ausgeschrieben

Referentin: Ljiljana Radonic

In den 1930er Jahren drängte sich den Kritischen Theoretikern die Frage auf, warum, trotz objektiver Möglichkeit die befreite Gesellschaft sich nicht einstellen wollte, ja ganz im Gegenteil sich die Massen dem Nationalsozialismus zuwandten. Die Suche nach dem über ökonomische Interessen hinausgehenden Kitt der Gesellschaft führte Horkheimer, Adorno und Marcuse zur Psychoanalyse. Mit Hilfe der Psychoanalyse und der Freudschen Massenpsychologie analysierten sie Antisemitismus als eine narzisstische Kränkung und pathische Projektion – ohne dabei den Primat der Ökonomie vor der Psychologie zu leugnen und in Psychologisierungen zu verfallen. Doch warum zieht seitdem jeder Versuch einer Revision der Theorie ihren gesellschaftskritischen Stachel? Und warum bleiben die “Elemente des Antisemitismus” und die “Studien zum autoritären Charakter” bis heute die gelungensten Analysen des Antisemitismus? Abschließend stellt sich die Frage, welche Auswirkungen die Entwicklung zur „vaterlosen Gesellschaft“ und die Transformation von der „autoritären Persönlichkeit“ zu einem „charakterlosen Charakter“ auf die Kritische Theorie haben.

Dr. Ljiljana Radonic lehrt über Antisemitismustheorie und Europäische Erinnerungskonflikte seit 1989 an der Universität Wien.

Publikationen:
Krieg um die Erinnerung. Kroatische Vergangenheitspolitik zwischen Revisionismus und europäischen Standards, Frankfurt 2010;
Mit Freud. Psychoanalyse und Gesellschaftskritik, Freiburg 2007 (Hg. mit Renate Göllner);
Die friedfertige Antisemitin. Kritische Theorie über Geschlechterverhältnis und Antisemitismus, Frankfurt 2004.

via agea

24. / 25. Mai: Gremienwahlen an der OvGU

es ist mal wieder soweit: die Wahlen für die Uni-Gremien stehen vor der Tür. am 24. und 25. Mai kann die Studierendenschaft über ihre Vertreter in den Fachschaftsräten, Fakultätsräten, Studierendenrat und Senat abstimmen. erkundigt euch in eurer Fakultät, beispielsweise beim Fachschaftsrat, wo sich euer Wahlbüro befindet und wann es geöffnet hat.

außerdem gibt es wieder die Möglichkeit, per Briefwahl seine Stimme abzugeben. die notwendigen Unterlagen können mit einen entsprechenden Antrag, der an das Wahlbüro zu leiten ist, angefordert werden.

17.05.: Veranstaltungen des DykeAndGay Referats

Der 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homophobie. Aus diesem Anlass lädt das Les-Bi-Schwule – Referat des Magdeburger Studierendenrates „DykeAndGay“ zu einer Veranstaltung mit Eduard Stapel, dem Vorsitzenden des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland. Unter dem Titel „Wer hat Angst vor rosa Männern? Warum uns Toleranz so schwerfällt“ soll Stapel den Ursachen und Formen von Ablehnung auf den Grund gehen. Später am Abend wird der Film „The Kids are allright“ gezeigt. Weitere Informationsveranstaltungen sind geplant.

Informationsveranstaltungen auf dem Campus, ca. ab 10:00 Uhr

Vortrag „Wer hat Angst vor rosa Männern? Warum uns Toleranz so schwerfällt“, Beginn um 18:00 Uhr im Gebäude 22A / Raum 013, der Eintritt ist frei.

Filmvorführung „The Kids Are Allright“ beim Hörsaal im Dunkeln, Einlass um 21:00 Uhr im Gebäude 16 / Hörsaal 5, es gelten die Eintrittspreise des HiD.

mehr Informationen finden sich auf der Homepage von DykeAndGay

Veranstaltungsbericht: Looking for freedom? (Vortrag von T. v. d. Osten-Sacken)


Osten-Sacken stellte zunächst fest, dass die absolute Mehrheit der Bevölkerung im Nahen Osten unter 27 Jahre sei, jedoch auf Grund der Stagnation der Gesellschaften weder ökonomisch, noch in Hinblick auf ein selbstbestimmtes Leben eine gute Zukunftsperspektive habe. Die „Pseudo-Verstädterung“ – das Anwachsen der Städte ohne die Herausbildung von Elementen der Urbanisierung – vollziehe sich ohne ökonomische Flankierung, wodurch die Herausbildung von Schichten mit einem spezifischen Bewusstsein, die Träger von Protesten mit konkreten Forderungen und Zukunftsvorstellungen sein könnten, ausbleibe.

Gleichzeitig bekämen die arabischen Gesellschaften über Medien einen Einblick in die globalisierte Welt, ohne jedoch an ihr partizipieren zu können. Der „Arab Exceptionalism“, auf den sich die arabischen Länder selbst gern berufen, wenn sie beispielsweise ihre von der westlichen Welt abweichende Vorstellung von Menschenrechten verteidigen, und der von westlichen Kulturalisten ebenso als eine Entschuldigung eben solcher „kulturellen Besonderheiten“ bemüht wird, werde von den arabischen Machthabern als eine Rechtfertigung zur Abschottung von der restlichen Welt ins Feld geführt. In Ablehnung der Behauptung dieses Anders-Seins drehten sich die Vorstellungen der Jugendlichen, die der Motor der Proteste seien, eher unkonkret um eine Anerkennung als gleiche Menschen mit gleichen Bedürfnissen, seien darüber hinaus jedoch wenig ausdifferenziert.

(mehr…)

Barrow – Demo

wtf, das ist mal ein geiles Demo! ne Schublade aufzumachen ist schwierig. “Monochromatics” geht eher in Richtung Pianos Become The Teeth, während ich bei “Sundown” streckenweise auch an Cult of Luna denken musste. whatever, wer an Musik in dieser Richtung interessiert ist, wird die 4 Jungs aus Greensboro lieben. das Demo besteht leider nur aus diesen 2 Songs, die man sich auch auf der Myspace-Seite und der Facebook-Seite der Band anhören kann. spread this!

via http://screamsfromthebottomoftheheart.tumblr.com

do it green – URBANPIRATEN entern Hamburg

die URBANPIRATEN haben zuletzt in Magdeburg durch die Wiederbelebung des Blauen Bocks auf sich aufmerksam gemacht. im Herbst letzten Jahres fand in dem seit Jahren leerstehenden Gebäude das dritte „Galerie&Laden“-Projekt unter dem Motto „Piratopia“ statt. einen Monat lang waren die Werke junger Künstler zu besichtigen. Parties und Konzerte, Theater und Filme ergänzten die Ausstellung zu einem vielseitigen Gesamtprojekt.

darüber hinaus sind die Gewinner des „Jugendkulturpreises Sachsen-Anhalt“ von 2009 für gute Elektro-Partys unter dem Namen „Elektroklatsche“, aber auch für sportliche Events wie Tischtennis-Turniere in Magdeburg bekannt.

jetzt schippert das junge Künstler-Kollektiv die Elbe entlang in den Norden, um in Hamburg eine Ausstellung unter dem Titel „do it green. Eine Ausstellung zur Natur der Dinge.“ zu eröffnen. im LOKAL werden neben der Ausstellung auch Filme zu sehen sein; es wird einen food change-Markt geben und natürlich darf ein Konzert und eine kleine abschließende Party nicht fehlen. die einzelnen Veranstaltungen sind darauf ausgerichtet, „Alternativen zu Massenkonsum und 08/15 Produkten“ und auf ökologisch nachhaltige Produkte aufmerksam zu machen. der Startschuss gibt heute um 17 Uhr eine Vernissage; die Ausstellung ist Freitag und Samstag ab 12 Uhr geöffnet. das gesamte Programm findet sich auf der Homepage der URABNPIRATEN.

einen kleinen Trailer zur Ausstellung gibt es auch:

Ausstellung „do it green“
12.05. – 15.05.2011
im Lokal Hamburg

Do you remember the 90’s?

„Do you remember the 90’s?“
„Ya.“
„You know, people were talking about getting piercings, and getting tribal tattoos“
„Ya.“
„…and people were singing about saving the planet, and forming bands?“
„Ya.“
„There’s a place where that idea still exists as a reality. And I‘ve been there.“
„Where is it?“
„Portland.“
„Oregon?“
„Ya…“

Öko-Hippies, Fixie-Hipster, Musik-Freaks, Esotherik-Nerds. großartige Serie über eine Stadt, in der die 90er auch 2011 noch nicht vorüber zu sein scheinen.

16. Januar: Fehlgeschlagene Fehleranalyse

Die „Autonome Hochschulgruppe Magdeburg“ hat auf ihrer Homepage einen offenen Brief an das BgR veröffentlicht, in dem letzteres für das eigene Scheitern der Proteste gegen den jährlichen Naziaufmarsch anlässlich der Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg verantwortlich gemacht wird. Demnach würde die von dem BgR organisierte „Meile der Demokratie“ wirkungsvollen Protest unterbinden, da „sie sich überhaupt nicht das Ziel setzt, den Naziaufmarsch zu verhindern.“1 Die räumliche Begrenzung der „Meile der Demokratie“ würde „für eine Trennung zwischen „guten“ Antifaschist_innen auf der Meile und „schlechten“ außerhalb“2 sorgen. In der Folge seien Abwertung, Verhinderung und Kriminalisierung von Aktionen außerhalb der „Meile der Demokratie“ Meile dem BgR anzulasten.

(mehr…)

Vorgeschmack auf die neue Touché Amoré

„Tilde“ aus dem neuen Album „Parting The Sea Between Brightness and Me“, das am 7. Juni bei Deathwish u.a. in einer limitierten deluxe edition erscheint:
Touche Amore „Tilde“ by deathwishinc„>

via http://screamsfromthebottomoftheheart.tumblr.com

13.05.11 // Vortrag: Looking for Freedom? Zu den aktuellen Verhältnissen im Nahen Osten

17 Uhr | Uni-Magdeburg FGSE | Gebäude 40| Zschockkestrasse 32
Raum ist vor Ort ausgeschrieben

Referent: Thomas von der Osten-Sacken

Die politischen Ereignisse in einigen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas überschlugen sich sprichwörtlich in den letzen Wochen und Monaten. Die autoritären Regime in Tunesien und Ägypten sollen scheinbar durch demokratische Strukturen ersetzt werden. Wie lange dies dauert und welche Rolle das Militär dabei spielen wird, zeichnet sich erst langsam ab. Welche Tragweite die Proteste jedoch entwickelt haben, zeigt das Beispiel Libyen. Hier konnte sich eine internationale Gemeinschaft von westlichen Staaten mit dem Votum der Arabischen Liga zur Durchsetzung einer Flugverbotszone durchringen. Fraglich bleibt nun, wie lange man noch der blutigen Unterdrückung der Protestbewegung in Syrien zusehen möchte. Wird nun alles besser in der Region? Wollen die Menschen dort jetzt wirklich überall die Normalität einer bürgerlichen Demokratie und Frieden mit Israel? Welchen Einfluss haben die Ereignisse auf das totalitäre Regime im Iran? Schließlich protestierten dort schon 2009 tausende Menschen für die Zerschlagung der Mullah-Herrschaft.

Thomas von der Osten-Sacken arbeitet seit mehren Jahren für die NGO Wadi e.V. in den Staaten des Nahen Ostens und berichtet für verschiedene Medien über die Verhältnisse vor Ort.

Er ist u.a. Mitherausgeber von „Verratene Freiheit: Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens“, Verbrecher Verlag, 2010.

via agea

20. Mai Vortrag: „Permanenz der Krise – Zur Aktualität Marxscher Ökonomiekritik“

20. Mai // 19 Uhr // Uni Gebäude 22 A // Raum 20
Referent: Michael Heinrich

Als im September 2008 die Bank Lehman Brothers Insolvenz anmelden musste, begann die Diskussion um die Frage, ob, wie und in welcher Form mit Hilfe staatlicher Eingriffe einzelne Unternehmen und Banken gerettet werden sollen. Dafür wurden abwechselnd neoklassische und keynesianische Auffassungen zur Analyse der Ursachen und Wirksamkeit von Maßnahmen bemüht.
Michael Heinrich, Mitglied in der Redaktion von „PROKLA Zeitschrift für kritische Sozialforschung“ zeigt in seinem Vortrag die Defizite der beiden ökonomischen Theorien im Zusammenhang mit der Finanzkrise auf und skizziert, wie sich die Finanzkrise aus einer an Marx orientierten Perspektive analysieren lässt. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Wissenschaft im Austausch – faculties getting connected“ des Studierendenrats der Otto-von-Guericke Universität statt.

Termin-Update

14. April // 18 Uhr // Forum Gestaltung (Brandenburger Straße 10)
Buchvorstellung: David Rubingers‘ Autobiographie

David Rubinger, einer der bedeutendsten Fotojournalisten (TIME), war vor Jahresfrist Gast im Forum Gestaltung und in Magdeburg. Anlass war die Fotoausstellung „60 Jahre Pressefotografie aus Israel“ (zusammen mit Paul Goldman), die überaus erfolgreich sechs Wochen lang im Forum zu sehen war. Unvergessen die Eröffnung, als Rubinger Episoden und Geschichten, Begegnungen und Gespräche erinnerte, Bild-Hintergründe erzählte …
2007 war in New York seine Autobiografie erschienen (zusammen mit Ruth Corman). Jetzt liegt dieses Buch in deutsch vor (“Israel durch mein Objektiv. Sechzig Jahre als Fotojournalist.” Pellens Verlag), und der in Wien geborene David Rubinger präsentiert es ganz persönlich im Forum.

15. / 16. April: Keine Menschenrechte ohne Bildung?
Anlässlich des 60. Geburtstags von Prof. Dr. K.-P. Fritzsche findet am 15. und 16. April ein Kolloquium statt, in dem der Zusammenhang von Bildung und Menschenrechte erörtert werden soll.

21. April // 19 Uhr // Uni Gebäude 40 Raum 331
Der Warenkörper – Markt und Medizin

Die voranschreitende Ökonomisierung ergreift nun in einem ganz unmittelbaren Sinne den menschlichen Körper. Kritisiert wird diese Entwicklung häufig als Übergreifen des Marktes auf die letzten Bereiche die ihm noch entzogen waren. Kann diese Kritik am ökonomischen Imperialismus aber den Antrieb dieser Entwicklung wirklich erfassen? Es stellt sich mit ihr die Frage nach dem Verhältnis von Besonderem, dem Individuum, und dem Allgemeinen, der warenproduzierenden Gesellschaft, neu – und die Bestimmung dieses Verhältnisses führt zu den gemeinsamen Wurzeln von Heils- und Handelsgut.

23. April: Frittenbude + Egotronic
für die, die es noch hören können

Adolar im P7

es ist nicht gerade einfach, in Magdeburg gute Konzerte zu finden. wer auf Hardcore und Screamo steht, kommt hier chronisch zu kurz. umso erfreulicher, dass Adolar nun ihre neue Platte „Schwörende Seen, Ihr Schicksalsjahre!“, die am 5. März auf Unterm Durchschnitt erscheint, mit einer Tour vorstellen wird, die heute Abend im P7 startet. weitere Termine findet ihr auf adolar.de

die Zeit zwischen Konzert und Release kann man mit dem neuen Video zum Song „Kitt“ überbrücken:

heute: Vortrag „What’s left?“


heute beginnen die 3. Antifaschistischen Hochschultage der AGEA mit einem Vortrag von Jan Gerber zur „Geschichte und Verfall der Linken“. hier der Ankündigugnstext:


Die Zumutungen, die heute in der „Jungen Welt“ stehen oder bei den Vereinstreffen der einschlägigen Linksparteien geboten werden, sind von Anfang an, seit sich Robespierre und Co. in der französischen Nationalversammlung auf der linken Seite des Kammerpräsidenten niederließen, im Konzept der Linken angelegt. Insofern ist es möglich, die Geschichte der Linken als eine Entfaltung seiner reaktionären Tendenzen zu lesen. Insbesondere die Ingredienzien Egalitarismus, Antiimperialismus und Etatismus sind heute charakteristisch für das, was links ist. Zugleich aber ist der historische Materialist angehalten, die Geschichte „gegen den Strich zu bürsten“ (Benjamin). Daher gilt es, die Ambivalenz dieser Geschichte aufzuzeigen und darauf zu beharren, dass es in der Linken immer auch heterologe Elemente gab, die auf die Befreiung des Individuums von Herrschaft und Ausbeutung abzielten: die gar nicht parteiförmige, sich leider vorerst aus vereinzelten Individuen zusammensetzende Partei des Glücks.

Referent:
Jan Gerber, Mitherausgeber der Bücher „Rote Armee Fiktion“ und „Fight for Freedom. Die Legende vom anderen Deutschland“, schreibt u.a. für die Zeitschriften Bahamas, Prodomo und Phase 2. Er wird erläutern, inwiefern die Linke zugleich die Aufklärung verraten und sie auf die Spitze getrieben hat.

im Januar und Februar nächsten Jahres folgen drei weitere Veranstaltungen um die Themen Psychoanalyse, Kritische Theorie und Völkerrecht. der Programmüberblick:

16. Dez. 2009 / 19 Uhr / G40 OvGU (Zschokkestraße 32)
What’s left? Zu Geschichte und Verfall der Linken.
Vortrag mit Jan Gerber

21. Jan. 2010 / 19 Uhr / G40 OvGU (Zschokkestraße 32)
Kritische Theorie und Psychoanalyse. Antisemitismus als Denkform.
Vortrag mit Dr. phil. Oliver Decker

27. Jan. 2010 / 19 Uhr / G40 OvGU (Zschokkestraße 32)
Der Wahn vom Weltsouverän. Zur Kritik des Völkerrechts.
Buchvorstellung mit Gerhard Scheit

03. Feb. 2010 / 19 Uhr / G40 OvGU (Zschokkestraße 32)
Die verschwundene Wirklichkeit. Zum Realitätsbegriff und Realismuskonzept der kritischen Theorie.
Vortrag mit Roger Behrens

what’s the message?

sieht nicht aus wie ein Fixie, funktioniert nicht nach dem Prinzip eines Fixies, hat auch sonst so ziemlich nichts mit irgendeinem Rad gemein. also: was ist die Message?

Zug der Erinnerung macht Halt in Magdeburg

nach einigen Anlaufschwierigkeiten dank mangelnder Kooperationsbereitschaft der DB macht der Zug der Erinnerung ab heute in Magdeburg Halt.
(mehr…)

Musiktip: Jupiter Jones

Hamburger Schule trifft es wohl ganz gut, wenn man Jupiter Jones möglichst kurz beschreiben, dennoch nicht auf eine einzelne Facette reduzieren will. tatsächlich deckt die Band sowohl den gefühlsbetonten Bereich a la Tomte, sowie auch den eher punkigen in Richtung Muff Potter ab. noch relativ frisch ist das Album „Holiday In Catatonia“, das Jupiter Jones Mitte diesen Jahres rausgebracht haben. das Album ist leider nicht mehr so punkig, wie seine Vorgänger, teilweise sogar etwas schnulzig, aber trotzdem schön. bei patrickloveslife findet sich hierzu eine nette und detailierte Besprechung.

wer es, wie ich, etwas rauer mag, dem sei das Album „Raum um Raum“ empfohlen. klingt nicht ganz so glatt, wie das aktuelle Album, streckenweise sogar etwas rotzig, was es in meinen Augen aber sympathischer macht. sehr schön ist auch die Anfang des Jahres erschienene EP „Das Jahr in dem ich schlief“. der gleichnamige Song ist aus dem aktuellen Album und besitzt auf jeden Fall Ohrwurm-Potential. die anderen 3 Songs stammen von den vorherigen Alben. wunderschön ist die Elektro-Unplugged-Version von „Versickern / Versanden“, deren Original sich auch auf „Raum um Raum“ befindet. textlich sehr emo, geht tief unter die Haut – der perfekte Song für die besonders schweren Stunden des Lebens. so schön kann Schnulze sein.

09.11.09: Gedenken der Opfer der Novemberpogrome

9.11.2009 | 15 Uhr | Synagogenmahnmal | Julius Bremer Str.

Am 9. November 1938 kam es in Deutschland und Österreich zu den bis dahin heftigsten Ausbrüchen von antisemitischer Gewalt. Die SA, bejubelt und unterstützt von der deutschen Bevölkerung, zog brandschatzend durch die Straßen. Die ungezügelten Gewalttaten richteten sich gegen Synagogen, jüdische Geschäfte sowie Friedhöfe, auch Jüdinnen und Juden selbst wurden Ziel des Mobs. Im Verlauf der Ausschreitungen wurden mindestens 8000 Geschäfte zerstört[1], fast alle Synagogen wurden niedergebrannt oder erheblich beschädigt. Mindestens 400 Menschen fielen der deutschen Raserei an diesem Tag zum Opfer[2]. 30.000 jüdische Menschen wurden verhaftet und in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Wahrnehmbarer Protest oder Widerstand dagegen regte sich nicht.

Am 9. November zeigte sich perfide, wie sich „ganz normale“ Menschen und Eliten im antisemitischen Terror einten: Während von der NSDAP-Elite die Anweisungen ausgegeben wurden, den Terror gegen die Jüdinnen und Juden nun ganz offen zu begehen, begleitete eine wütende, hasserfüllte Menge aktiv die SA, plünderte und mordete in manchen Gegenden noch Tage lang weiter. Mit diesem unglaublichen Akt der Gewalt wurde das fortgeführt, was sich schon mit etlichen früheren Demütigungen und Diskriminierungen gegen Jüdinnen und Juden angedeutet hatte: der offene Antisemitismus des Nationalsozialismus, der schlussendlich in der Shoa gipfelte.
Auch wenn der deutschen Barbarei und damit der massenhaften, industriell durchgeführten Vernichtung mit dem 8. Mai 1945 ein vorläufiges Ende bereitet wurde, vergeht heute kaum ein Tag, an dem nicht von neuen antisemitischen Untaten berichtet werden muss…

Wir rufen deshalb für den 9. November 2009 dazu auf, der Opfer der deutschen Verbrechen zu gedenken und wollen daran erinnern, dass der Antisemitismus, wenn auch in anderer Form, nach wie vor latent in der Gesellschaft vorhanden ist.

Im Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome und der Shoa wollen wir an der alljährlich stattfindenden Kundgebung der Stadt und der jüdischen Gemeinde Magdeburg am Synagogenmahnmal teilnehmen.

[1] Vgl.: http://shoa.de/holocaust/ausschreitungen-und-judenpolitik-nach-1935/52.html. [zurück]
[2] Vgl.: http://www.antisemitismus.net/shoah/kristallnacht.htm. [zurück]

via agea